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Kurz Gesagt
Die Bilder erinnern mich in ihrer Konzentration auf das Wesentliche stark an die alten japanischen Zen-Malereien jeder Strich erzählt seinen Teil. Elke Zollitsch füllt mit ihrer Arbeit eine ganz große Lücke im Leben blinder Kinder. Es hat uns in Anbetracht auf die Zukunft unseres blinden Sohnes viele Ängste genommen und gezeigt, wie gut doch sehende und nicht sehende Kinder miteinander und voneinander lernen können. Es macht Mut, auch andere Probleme nicht als Probleme sondern als Chance zu gewinnen. Das Buch ist ein Plädoyer für Phantasie und Toleranz und es zeigt, dass wir 'Augenmenschen' in mancher Hinsicht von den blinden Kindern sogar das Sehen lernen können. Die Vorstellung, dass diese Bilder reine Kopfgeburten sind, gibt den Zeichnungen der blinden Kinder über den Zusammenhang der Entstehung eine besondere Magie für die, denen das Sehen etwas Selbstverständliches ist. Welch ein gewaltiges Buch! Als Blindenpädagoge ziehe ich meinen Hut vor der Autorin, die hier ihre Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung, Vorstellung und taktilen Umsetzung nicht sehender Kinder in Buchform, präsentiert. Das Buch macht unter anderem bewusst, wie sehr wir Sehende unser Sinnesleben fast eindimensional nur auf optische Informationen beschränken. Hier wird das Wunder und der Reichtum des Erlebens mit all unseren Sinnen aufgezeigt. Dieses besondere Buch von Elke Zollitsch wendet sich an alle, die an Erziehung, an Kunst und an bewusster Welterfahrung interessiert sind. Das Buch zeigt in einer sehr schönen Weise, dass das gemeinsame Lernen mit Tastkindern und Augenkindern in einer motivierenden Lernumgebung, in der alle individuellen Unterschiede und deren Ausleben als selbstverständlich empfunden werden, Freude macht. Dieses facettenreiche Bilderbuch ist gleichzeitig spannend Die Zeichnungen sind von beeindruckender Realitätsnähe und - was das Überraschendste ist - sie sind den Zeichnungen sehender Kinder im selben Grundschulalter weitgehend vergleichbar! Der einzige Unterschied ist, dass Blinde die Realität von innen sehen. Wie viel wahrhafte Authentizität wird in den Zeichnungen offenbar und wie viel harte Arbeit müssen wir sehende Künstler investieren, um diesen Grad an Ehrlichkeit zu erreichen! Das Buch sollte zur Pflichtlektüre werden für alle, die mit Kunst - und/oder mit Erziehung befasst sind! Haiku-Gedichte in eben dieser Dichte zu schreiben, so passgenau zu den Bildern der Kinder, das geht nicht mit links. Da braucht es das Fühlen und Schauen und Lassen das Zulassen, ohne sich einzumischen in solch einen von Gott inspirierten kreativen Ausdruck der kindlichen Seele. Das Buch ist etwas äußerst Ungewöhnliches und Einmaliges. Vollends unter die Haut ging Elke Zollitsch's Widmung des Buches an die tote Julia. Das Buch öffnet die Augen für die großen Möglichkeiten, die auch Blinde im schöpferisch-bildnerischen Bereich haben. Alles stimmt zusammen, es ist wie aus einem Guss! |